GEMEINSAM MIT LEIDENSCHAFT – Folge 6 – Arbeitswoche Handball

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Folge 6 der GEMEINSAM MIT LEIDENSCHAFT-Serie:

Es ist Mittwochabend in der Großsporthalle Gelnhausen. Die Halle wird je zur Hälfte von der 1. Mannschaft und vom Juniorenteam belegt. Auf der Tribüne wärmt sich die A-Jugend für das anschließende Training auf. Die Halle ist voll. Überall Bewegung.

Aber es ist nicht hektisch. Im Gegenteil: Alles wirkt sehr konzentriert. Beim Juniorenteam werden gerade Angriffsspielzüge mit Torabschluss geübt. Der Ball läuft schnell, die Spieler schwitzen, der Angriff macht Druck und in der Abwehr wird zugepackt. Und es ist laut, denn die Spieler feuern sich gegenseitig an, freuen sich, ärgern sich und die Trainer geben Kommandos. Lob und Tadel folgen sofort. Der Spielzug wird wieder und wieder geübt, bis er sitzt. Es geht sehr diszipliniert zu. Am Ende des Trainings stehen drei erschöpfte Handballer vor mir.

Ich treffe Martin Habenicht, Alex Heuser und Maxi Zipf beim Training mit dem Juniorenteam. Alle drei sind im Nachwuchskader, spielen fest im Juniorenteam, sind mit Verträgen ausgestattet  und standen bei Spielen der 1. Mannschaft schon im Kader bzw. schon auf dem Feld. Sie sind auf dem Sprung in die 1. Mannschaft. Wenn man einen der drei während der Woche am frühen Abend sucht, trifft man Ihn mit Sicherheit hier an. Denn jeder von Ihnen trainiert an fünf Tagen in der Woche in einem durchgetakteten und mannschaftsübergreifenden Trainingsprogramm:  Montags und Dienstags Training mit der ersten Mannschaft. Da steht dann Björn Pape‘s Krafttraining sowie Mannschaftstraining an. „Die Trainingseinheiten sind sehr intensiv, denn wenn man in der  3. Liga bestehen will, braucht man Kraft und Tempo“ sagt Maxi „und da bestehen am Anfang für junge Spieler noch Defizite“ ergänzt Alex. Ab Mittwoch Training ohne Harz mit dem Juniorenteam. Hier wird dann die gesamte Bandbreite von Individual- und Mannschaftstraining durchtrainiert, teilweise im Verbund mit der A-Jugend. „Das durchgängige Konzept des TVG sorgt dafür, dass immer genug leistungsstarke Spieler im Training sind, um ein sinnvolles Mannschaftstraining durchzuführen“ merkt Martin an.

Am Freitag ist für die drei jungen Leistungssportler die Arbeitswoche aber nicht beendet, denn am Wochenende wird Leistung geliefert. Ein Spiel mit dem Juniorenteam in der Landesliga Süd steht an.  Alle drei haben aber ständige Bereitschaft für die 1. Mannschat und waren in dieser Saison auch schon im Kader. Das bedeutet mitunter eine 7-Tage-Woche für den Handball, wenn es das komplizierte Regelwerk zulässt.

Aber wie meistern sie diese Belastung neben ihrem Arbeitstag ? „Organisation ist alles, sonst kommst Du zu nichts“, sagt Alex, der neben seinem Lehramtsstudium noch einen Nebenjob hat und als Jugendtrainer beim TVG agiert. Die Wochentage sind bei allen dreien eng durchgetaktet, Zeit ist ein kostbares Gut. Martin, der im Rahmen seines Wirtschaftsstudiums gerade ein Vollzeitpraktikum absolviert, kommt direkt vom Zug in die Halle. Maxi, der einen Master in Management anstrebt und nebenbei noch arbeitet, hat sich heute die Sporttasche an die Halle bringen lassen, weil sein Zug Verspätung und er keine Zeit mehr für den Heimweg hatte. Denn pünktlich wollen sie alle sein. Das haben sie so gelernt. Am Ende des Tages kommen sie während der Woche oft nur zum Schlafen nach Hause. Es ist nicht immer zeitlich so eng, es bleiben auch Freiheitsgrade. „Aber viel Zeit für Hobbys bleibt nicht“, sagt Martin. „Da ist es natürlich praktisch, dass wir uns in der Mannschaft so gut verstehen und hier auch einen Teil des privaten Freundeskreises haben“ bestätigt Maxi.

Aus der tollen Gemeinschaft im Verein, den vielen Freundschaften und der Atmosphäre in den Teams schöpfen alle drei einen Großteil ihrer Motivation, sich dieser Handball-Arbeitswoche immer wieder zu unterziehen. Ehrgeiz und der Wunsch, eigene Potentiale und Grenzen auszuloten, sind ebenfalls wichtige Treiber. „Wir hatten schon viele talentierte Spieler hier, die sich aber nicht durchgesetzt haben. Am Ende bleibt nur übrig, wer brennt und bereit ist, sich hier einzufügen“, schließt Alex – und Martin und Maxi nicken. Sie sind Teil eines Ganzen. Gemeinsam mit Leidenschaft !

Autor: Kay Bönisch