GEMEINSAM MIT LEIDENSCHAFT – Folge 2 – Ein Heimspiel in der Hölle Süd

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Folge 2 der GEMEINSAM MIT LEIDENSCHAFT-Serie:

  • 13:30 Uhr: Auf der A 66 rollt der Laster mit Martin am Steuer in Richtung Großsporthalle Gelnhausen. An Bord befindet sich Profiequipment, das zu jedem Heimspiel des TVG in der Hölle Süd eingesetzt wird: 15 Rollcontainer unterschiedlicher Größe, ca. 1.000 Kilo Gewicht, 500 Einzelteile Tontechnik, Beleuchtung und Verkabelung. Vor Ort wartet schon eine Mannschaft, um beim Aufbau zu helfen. Equipment ausladen, Steckverbindungen verkabeln, Kabel verkleben, Schutzmatten verlegen. Licht- und Soundcheck. Nichts wird dem Zufall überlassen.
  • 14 Uhr: Das Team des Förderkreises erscheint zum Aufbau von Biergarten, Bühne und Die Lounge wird für die Fans, Sponsoren und Spieler vorbereitet, die sich hier am Abend treffen und Handball pur erleben.  „Es sind tausende von Handgriffen notwendig, um ein Heimspiel auszutragen, aber der Aufbau läuft wie ein Uhrwerk“ berichtet Rico, einer der immer dabei ist.
  • 17 Uhr: Die Kioske werden für den Verkauf von Getränken und Verpflegung bestückt. Schon während der Woche mussten Einkäufe erledigt und Getränke bestellt werden. „Die Verpflegung wird unmittelbar vor dem Spiel vorbereitet, damit alles frisch ist“, sagt Anka, die hier mit Yvonne und Kolleginnen bei jedem Heimspiel für das leibliche Wohl der Fans sorgt. Im Getränkekiosk bereitet man sich auf die nächsten Stunden vor und füllt die Bestände aus dem nahen Kühlhaus auf. Mittlerweile baut Franz den Grill im Eingangsbereich vor der Halle auf. Aber das ist nur eine seiner Pflichten, denn er ist bei den Heimspielen für die Hallenordnung verantwortlich, und das bedeutet Dauereinsatz von früh bis spät.
  • 18 Uhr: Iris und Ina öffnen pünktlich die Kassen, das Ordnerteam trifft ein. Jochen, Mike und Kollegen sorgen mit ihrer Präsenz für Ordnung vor, während und nach dem Spiel. An den Verpflegungsständen im Hallenvorraum zieht das Geschäft stetig an. In den Minuten vor Spielbeginn ist hier fast kein Durchkommen, die Luft zum Schneiden. Vor der Halle glüht der Grill und die Bratwürste werden den Grillmeistern aus den Händen gerissen. Hier friert keiner, auch nicht im Winter.
  • 19 Uhr: Der Glaskasten auf der Tribüne füllt sich. Hallensprecher Carsten, Videoassistentin Antje, DJ Rüdiger und der Beleuchter teilen sich für die nächsten zwei Stunden den Raum inmitten der Zuschauer. Carsten wird gleich die Mannschaften, die Gäste und die eigenen Fans begrüßen und die Stimmung schon vor dem Spiel anheizen. Dann gehen die Lichter aus, die Musik schwillt an und die Heimmannschaft läuft aus dem Nebel kommend im Scheinwerferlicht unter dem Jubel der Fans auf. Präzise Abläufe und Gänsehaut pur. „Auch wenn es auf dem Spielfeld und den Rängen heiß hergeht, wir behalten hier die Ruhe und liefern punktgenaue Ansagen, Musikeinspielungen und Lichtspots“ sagt Martin.
  • 19:30 Uhr Spielbeginn: Kann das Helferteam jetzt einen Moment durchschnaufen? Mitnichten entgegnet Thomas: „Viele Helfer können einen großen Teil des Spiels überhaupt nicht sehen, weil sie zur Aufrechterhaltung von Verpflegung, Technik und Ordnung während des gesamten Abends einfach unentbehrlich sind“.
  • 20:15 Uhr Halbzeit: Hochbetrieb in der Lounge. „Jetzt braucht man tausend Hände“ ruft Bernd, der hinter dem Tresen der Lounge steht und der es wissen muss. Die Damen vom Getränkeausschank und der Verpflegungsstelle verrichten wie immer Höchstarbeit auf engstem Raum. Betriebsamkeit, keine Hektik, denn Britta, Andrea und Karin sind seit vielen Jahren für die Fans und Gäste da und kennen ihr Geschäft. Jetzt muss es schnell gehen. Jeder weiß das, denn in 15 Minuten geht das Spiel weiter.
  • 21:15 Uhr: Pressekonferenz auf der Bühne vor der Sponsorenwand. Wie immer trifft sie auf starkes Interesse. Separate Tontechnik, bedient von Armin, Q&A von Carsten. Die Trainer stellen sich den Fragen von Fans und Presse. Der Loungebetrieb zieht kräftig an. Vor dem Tresen stehen die Durstigen in Reihen an. Die erste Mannschaft kommt aus der Kabine und mischt sich unter die Fans. Corinna und Bettina kümmern sich um Sponsoren und Gäste. Jeder kennt hier jeden und man begegnet sich auf Augenhöhe. Das „Nachspiel“ ist eröffnet und es wird wieder spät.
  • 21:45 Uhr: Der Abbau von Licht- und Tontechnik, Bühne und Sponsorenwand beginnt. Die Tribünen werden vom Papier gereinigt, Flaschen eingesammelt. Der Hallenboden ist verharzt. Nach einem Spiel erkennt man die Halle nicht wieder. Aber wenn man pro Heimspiel im Schnitt fast 800 Zuschauer begeistert, und damit ein Zuschauerkrösus der Liga ist, hinterlässt das Spuren.
  • 23 Uhr: Der LKW rollt über die Autobahn wieder zurück Richtung Westen. Bernd steht in der Lounge noch hinter dem Tresen und geht die Schlüsselszenen der Partie mit einigen Fans noch einmal durch. Harun bereitet den Hallenboden für die maschinelle Reinigung vor, die wenig später beginnt, denn am nächsten Tag finden schon wieder Spiele statt, diesmal ohne Harz. Und ab Montag ist wieder Schulbetrieb. Da muss alles pico bello sein. Und das ist dann auch so.
  • Mitternacht: Bernd steht noch immer hinter dem Tresen. Die letzten Gäste sitzen noch. Aber langsam wird es Zeit, er wird bald schließen. Da zieht Harun noch seine Kreise. Ein langer Samstag geht zu Ende. „Das ist der ganz normale Aufwand, um unsere Heimspiele als Event für unsere Fans und den Handballsport auszurichten. Das geht natürlich nur Gemeinsam mit Leidenschaft“, sagt Martin „und mit einem Team von vielen Helfern aus unserer Gemeinschaft, denen man nicht genug für ihr Engagement danken kann. Aber am Ende steht ein unvergesslicher Abend beim TVG, bei dem jeder mitgeholfen hat.“

Autor: Kay Bönisch