Die nächste herbe Enttäuschung

Regionalliga Südwest Männer: HSV Apolda ­ TV Gelnhausen 28:24 (11:10)

Apolda (dg). Als am Samstabend um kurz vor 21 Uhr in der Werner-Seelenbinder-Halle in Apolda die Schluss-Sirene ertönte, verließ ein konsterniertes Häuflein von Gelnhäuser Handballern mit grenzenlos enttäuschten Mienen das Parkett. Die Regionalliga-Truppe aus der Barbarossastadt hatte sich zuvor die Peinlichkeit geleistet, beim bislang erst einmal siegreichen Tabellenschlusslicht HSV Apolda mit 24:28 (10:11) zu verlieren. Damit erlebte die Camdzic-Truppe nach einem zweiwöchigen Zwischenhoch prompt die nächste herbe Enttäuschung.

Vor 400 Zuschauern, darunter gut zehn Unentwegte aus Gelnhausen, entwickelte sich eine ausgeglichene erste Spielhälfte, in der keine der beiden Mannschaften wegziehen konnten.

Gegen die robust zu Werke gehenden Gastgeber fanden die Gelnhäuser, bei denen Philip Deinet trotz nach wie vor vorhandener Rückenprobleme wieder mitwirkte, einfach nicht ins Spiel.

Marc Stallmann, der in jüngster Zeit das Gelnäuser Spiel effektiv gelenkt hatte, konnte seiner Mannschaft trotz drei Treffern diesmal nicht die entscheidende Stabilität in der Vorwärtsbewegung geben. Hinzu kam, dass Apoldas Torhüter Nils Hübscher einen Sahnetag erwischt hatte und die Gelnhäuser Werfer gleich reihenweise entnervte.

Auch bei vier Strafwürfen gewann Hübscher die Auge-in-Auge-Duell mit den Gelnhäuser Herausforderern. Der TVG führte in dieser eher klassearmen Partie nur zweimal: Beim 4:3 (14.) und beim 12:11 kurz nach der Pause. Bis zum 16:16 war es ein ergebnismäßig “totes Rennen², ehe die Gastgeber dank eines fulminanten Zwischenspurts erstmals auf 20:17 wegziehen konnten (40.). Jetzt machten sich zunehmend Lücken im Gelnhäuser Abwehrverband bemerkbar, im thüringischen Hexenkessel ­ die Zuschauer gerieten aufgrund des sich abzeichnenden unverhofften Erfolgserlebnisses der Apoldaer förmlich in Ekstase ­ ging dem TVG die psychische Stabilität flöten. Und wieder einmal war in einer solch kritischen Situation bei den Rot-Weißen niemand zu sehen, der in der Lage gewesen wäre, das Heft in die Hand zu nehmen. Darüber hinaus erwischten diesmal auch die Torhüter Julian Lahme und Markus Kredel nicht ihren besten Tag.

Die Gäste, von denen der ein oder andere das Spiel im Kopf offenbar schon vorher gewonnen hatte, konnten die drohende Blamage in der Schlussphase nicht mehr abwenden. Kellerkind Apolda bekam endgültig Oberwasser. Zumal die Thüringer untypischerweise plötzlich auf allen Positionen Torgefahr ausstrahlten, wobei die Hauptlast im HSV-Angriff ansonsten in aller Regel von Florian Dejmek und Viorel Sava getragen wird.

Als Volker Goldmann mit einem satten Wurf das 28:23 für den HSV markierte (59.), tanzten die keinesfalls verwöhnten Apoldaer Anhänger freudentrunken auf den Rängen. Die Gelnhäuser indes sind um die Erkenntnis reicher, dass in diese Liga jeder Gegner ernstgenommen werden muss.

Statistik
HSV Apolda: Hübscher (1.-60.), Möbus (bei Siebenmetern), Gohlke (n.e.); Koch (6/2), Althoff, Goldmann (4), Dejmek (4), Sava (7), Berceanu (1), Dreshaj (1), Bomba (1), Menge, Helweg (3), Seb. Wenke (1).
TV Gelnhausen: Lahme (1.-30., 51.-60.), Kredel (31.-50.); Indset (5/1), Deinet (3), Wacker (4), Hubbert (1), Nielsen (1), Stallmann (3), Schwaab (1), Eurich (6), Henrich, P. Jambor, Krauß (n.e.).
Schiedsrichter: Jakob/Kuss (Vieselbach/Erfurt).
Zuschauer: 400.
Zeitstrafen: 16:12 Minuten.
Rote Karten: Althoff (A/16./Foulspiel).
Siebenmeter: 2/2:5/1.

Quelle: Gelnhäuser Neue Zeitung


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