Glanzlos die Pflicht erfüllt

Regionalliga Südwest: TV Gelnhausen – Bad Blankenburg 30:27 (14:12)

Von Günter Kircher

Gelnhausen. Durch einen glanzlosen 30:27-Pflichtsieg gegen Bad Blankenburg konnte der TV Gelnhausen in der Handball-Regionnaliga Südwest sein Punktekonto ausgleichen. Besonders in den ersten 20 Minuten lief bei Gelnhausen wenig zusammen, man fühlte sich an das „Heimdesaster“ gegen Hochdorf erinnert. Erst mit zunehmender Spieldauer lief es beim TVG gegen die nur mit einer Rumpftruppe angereisten Gäste flüssiger, dennoch stand die Partie bis kurz vor der Schlusssirene auf der Kippe.

Weil der angeschlagene etatmäßige Rechtsaußen Heiko Trinczek zunächst draußen saß, rückte Fabian Eurich auf den Flügel, auf halbrechts agierte mit Philip Deinet ein Rechtshänder. Der Rückraum des TVG spielte den Ball ohne zündende Ideen vor der Deckung kreuz und quer hin und her. Jeder Gelnhäuser Spieler schob dem anderen die Verantwortung zu. Beim Gast ragte im Rückraum Eric Sindermanmn heraus, der zehn Feldtore warf und vier Strafwürfe verwandelte. Der dominierende Gästespieler war von der TVG-Deckung, die mit Licht und Schatten agierte, nicht in den Griff zu bekommen. Hätte TVG-Keeper Julian Lahme in den ersten 30 Minuten nicht einen Sahnetag erwischt, wäre Gelnhausen einem noch größeren Rückstand hinterhergelaufen.

Erst nach 20 Minuten lief es aus der Sicht der Barbarossastädter besser, als Trinczek und Eurich mit ihren Toren zum 9:9 ausgleichen konnten. Des 12:11-Zwischenstand durch Philipp Schwaab bedeutete die erstmalige Führung für die Gastgeber.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff legte der TVG nach und baute durch Marc Stallmann und Deinet die 14:12-Pausenführung auf 16:12 aus. Als Jan Wacker (der in einigen Szenen den Wurf wieder nicht richtig durchzog) auf 19:14 erhöhte, schien Gelnhausen auf der Siegstraße angekommen zu sein. Diese Einschätzung war allerdings trügerisch. Sindermann per Doppelpack, und Igor Ardan stellten den 17:19-Anschludd aus der Sicht der Gäste her. Beim 20:17 für Gelnhausen kochte Torwart Lahme einen Strafwurf von Sindermann in hervorragender Manier ab. Kurz darauf sah Gästespieler Peter Schramm nach einem groben Foul am durchgelaufenen Thomas Nielsen die rote Karte. Den Siebenmeter warf „Old Zitterhand“ Oliver Hubbert an die Latte, den Nachwurf parierte HSV-Keeper Herholc.

Gelnhausen konnte sich nicht absetzen, umso wichtiger war der Minuten-Einsatz von TVG-Torsteher Markus Kredel, der beim Stand von 26:23 einen Siebener von Donatas Puikis hielt. Im Gegenzug Youngster Florian Henrich per Strafrwurf an Herholc. Bad Blankenburt kam durch Sindermann und Ivo Havel prompt bis auf ein Tor heran. Erst als beim 27:26 für den TVG Gästespieler Lazar Tosic eine Zeitstrafe kasierte, neigte sich das Pendel endgültig zugunsten der Rot-Weißen. Eurich, Hubbert und Schwaab bauten die Führung auf 30:26 aus, die Gelnhäuser Fans standen Minuten auf den Rängen und Ardans 27.Treffer für die Gäste störte im Lager der erleichterten Barbarossastädter niemanden mehr.

Statistik
TV Gelnhausen: Lahme, Kredel (bei einem Siebenmeter); Indset (1), Trinczek (1), Deinet (5), Wacker (4), Hubbert (4/1), Nielsen (3), Stallmann (4), Schwaab (3), Henrich (1), Eurich (4), P. Jambor (n.e.).
HSV Bad Blankenburg: Herholc (1.-60.), Jahn (n.e.); Schramm (4), Ardan (3), Tosic (1), Sindermann (14/4), Puikis (2), Jäschke, Römermann, Havel (3).
Schiedsrichter: Jost/Naumann (Rehlingen/St. Wendel).
Zuschauer: 380.
Siebenmeter: 3/1:6/4.
Zeitstrafen: 8:14 Minuten.
Rote Karte: Schramm (BB/44./Foulspiel).

Quelle: Gelnhäuser Neue Zeitung


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