Camdzics Kämpfern gelingt Coup zum Rückrundenstart

Regionalliga Männer: TV Kirchzell – TV Gelnhausen 18:18 (9:8)

Amorbach (dg). Mit einem ÜberraschungsCoup ließen die Regionalliga-Handballer beim Start in die Rückrunde aufhorchen. Die abstiegsgefährdeten Barbarossastädter entführten beim heimstarken TV Kirchzell einen Punkt, der sich in der Endabrechnung als immens wertvoll erweisen könnte. Grundlage für das 18:18-Unentschieden in diesem spannenden, aber keinesfalls hochklassigen Derby waren zwei kompakte Abwehrreihen und starke Torwartleistungen auf beiden Seiten.

Lahme macht die Schotten dicht

Während bei Kirchzell Keeper Andi Wolff mehrere starke Paraden zeigte und sein Team in kritischen Phasen im Spiel hielt, war es auf Gelnhäuser Seite Julian Lahme, der gegen seinen Ex-Klub glänzte und wesentlich zur Punkteteilung beitrug. Die lediglich 400 Zuschauer, die das Match in der Amorbacher Parzival-Halle live verfolgten, sahen ein Match, in dem es ergebnismäßig stets eng zuging und in dem hüben wie drüben das kämpferische Element dominierte.
Technisch und taktisch gesehen, boten beide Mannschaften den Fans lediglich Magerkost. Kirchzell agierte fahrig und behäbig, was zur Folge hatte, dass die Odenwälder nur selten zwingenden Spielzüge, geschweige denn gelungene Abschlüsse zu Stande brachten. Die Gelnhäuser gingen in der Defensive hochmotiviert, aggressiv und entschlossen zu Werke, aber das Spiel nach vorne ließ bei den Barbarossastädtern in letzter Konsequenz wieder einmal zu wünschen übrig. Die Fehlwurf-Quote beim TVG ist und bleibt bislang zu hoch. In der ersten Spielhälfte prägte der ehemalige Gelnhäuser Christian Hildebrand das Geschehen. Der 24-jährige TVK-Linkshänder war mit fünf Treffern in den ersten 30 Minuten der Garant dafür, dass die Heimmannschaft zur Halbzeit mit 9:8 in Führung lag.

Hildebrand setzt entscheidende Akzente

Wer gedacht hatte, dass sich die Schützlinge von Kirchzells Trainer Gottfried Kunz nach dem Seitenwechsel deutlicher absetzen könnten, sah sich getäuscht. Das Gegenteil war der Fall: Der TVK hatte in erster Linie mit sich selbst zu kämpfen, Gelnhausen glich nicht nur aus, sondern ging nach 50 Minuten sogar selbst mit 17:15 in Führung, nachdem der stark nachlassende Hildebrand einen Siebenmeter gegen die Gelnhäuser Querlatte gesemmelt hatte. Dass die Barbarossastädter zu diesem Zeitpunkt schon eine ganze Reihe von erstklassigen Chancen versemmelt hatten – Thomas Ochs zielte beispielsweise meterweit über den Kirchzeller Kasten – kostete den TV Gelnhausen den Sieg. Denn just in der Endphase wachte Christian Hildebrand wieder aus seinem zwischenzeitlichen „Dornröschenschlaf” auf und erzielte den Anschlusstreffer zum 16:17. Und nachdem Alexander Hess in der hektischen Schlussphase den Ausgleich erzielt hatte, war es wiederum Hildebrand, der zum 18:17 für den TVK nachlegte. Gelnhausen verlor jetzt nicht die Nerven, setzte zum Gegenangriff an und bekam einen Siebenmeter zugesprochen.

Trinczek behält die Nerven

Routinier Heiko Trinczek schritt seelenruhig zur Tat und überwand Wolff 40 Sekunden vor der Schluss-Sirene zum 18:18-Endstand. Ein letzter Freiwurf für Kirchzell, den Hildebrand in die Gelnhäuser Abwehrmauer setzte, brachte nichts mehr ein, so dass unter dem Strich ein leistungsgerechtes Unentschieden zu Buche stand.

Statistik

TV Kirchzell: Wolff (1.-60.), Bolling (n.e.); Klühspies, Eisenträger (1), Fleischmann, Liebald (2), Hain (1), Brunner (1), Hildebrand (7/2), Sandu (2), Hess (3), Erifopoulos (1), Jost.
TV Gelnhausen: Lahme (1.-60.), Kredel (n.e.); Indset (3), Stallmann (1), Henrich (1), Eurich (1), Deinet (3), Ochs (1), Schwaab, Trinczek (1/1), Wacker, Hubbert (5/2), Nielsen (2), Geiger (n.e.), M. Jambor (n.e.), P. Jambor (n.e.).
Schiedsrichter: Korn/Forscher (Bellheim/Ludwigshafen).
Zuschauer: 400.
Zeitstrafen: 4:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/2:3/3.

Quelle: Gelnhäuser Neue Zeitung


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