Stehende Ovationen für dominierende Rot-Weiße

Regionalliga Männer: TV Gelnhausen – SF Budenheim 31:18 (13:9)

Von Dieter Geissler
Gelnhausen. Der TV Gelnhausen hat seine „Endspiel-Wochen” in der Regionalliga Südwest mit einem 31:18-Kantersieg gegen die Sportfreunde Budenheim eröffnet. Die Barbarossastädter wiederholten vor 480 begeisterten Zuschauern ihre Klasse-Abwehrleistung, die sie bereits in der Vorwoche beim Auswärts-Punktgewinn in Kirchzell abgeliefert hatten. Darüber hinaus steigerten sich die Camdzic-Schützlinge im Angriff, sodass am Ende zwei ebenso hochverdiente wie immens wichtige Punkte für das heimische Handball-Flaggschiff zu Buche standen.

Lahme und Deinet mit brillanter Vorstellung

Nach einem relativ nervösen Beginn fanden die Barbarossastädter relativ schnell zu ihrer Linie. Dafür waren in erster Linie zwei Spieler verantwortlich: Torhüter Julian Lahme präsentierte sich – wie schon seit Monaten – in Klasseform und gab mit seinen Paraden der Gelnhäuser Abwehr den nötigen Rückhalt. Darüber hinaus zeigte Philip Deinet, wie wertvoll er für seine Mannschaft sein kann. Der wurfgewaltige Rückraum-Akteur, der nach einer völlig verkorksten Vorrunde endlich schmerzfrei aufspielen kann, avancierte nicht nur zum entschlossen zupackenden Abwehr-Organisator, sondern auch zum überaus treffsicheren Angriffsmotor. An diesen beiden dominierenden Akteuren zog sich die gesamte Gelnhäuser Mannschaft hoch. Nach einer Viertelstunde hatte sich der TVG einen 9:5-Vorsprung herausgearbeitet. Weil den Gastgebern aber in der Offensive immer noch zu viele Stockfehler unterliefen und sich die Rot-Weißen weiterhin Schwächen im Abschluss leisteten, blieben die anfangs mit einer 5:1-Deckung operierenden Budenheimer zunächst noch dran. Als Gästespieler Christopher Roll mit dem letzten Freiwurf vor der Pause das 13:9 erzielte, konnten sich die Männer von TVG-Trainer Jasmin Camdzic beileibe noch nicht sicher sein, dass die Punkte am Ende in Gelnhausen bleiben würden.

Thomas Ochs dreht mächtig auf

Allerdings gaben die Rot-Weißen, bei denen Marc Stallmann schnörkellos Regie führte, zu Beginn der zweiten Halbzeit weiter Gas, präsentierten sich hochkonzentriert und bauten ihre Führung weiter aus. Zumal Teufelskerl Lahme seinen Kasten nach wie vor fast lückenlos zunagelte. Bei Budenheim musste Rückraum-Shooter Philipp Becker verletzt das Feld räumen. Die in der Offensive dadurch endgültig harmlosen Rheinhessen stellten ihre Abwehr auf die eigentlich von Beginn an erwartete 3:3-Abwehr um – und beschleunigten mit dieser Maßnahme ihren Niedergang. In die nunmehr zunehmend durchlöcherte Budenheimer Deckung stießen die Gelnhäuser immer wieder entschlossen hinein. In der Schlussphase drehten Thomas Ochs und Anders Indset mächtig auf. Ochs – der im Übrigen gemeinsam mit Fabian Eurich auf der rechten Abwehrseite gefallen konnte – düpierte seine Gegner mit intelligenten Körpertäuschungen gleich reihenweise und erzielte mehrere blitzsaubere Treffer. Der zunächst blass und unglücklich agierende Indset wuchtete das Spielgerät in der Endphase gleich viermal mit Schmackes in die Maschen des vom Ex-Niederrodenbacher Uwe Kleinschmidt glücklos gehüteten Budenheimer Kastens.
So kam es, dass der Gelnhäuser Vorsprung beim 27:17 nach 54 Minuten erstmals auf zehn Tore anwuchs. Die Barbarossastädter zogen bis zum Schluss voll durch und bekamen für ihre engagierte Vorstellung von ihrer hocherfreuten Fangemeinde folgerichtig stehende Ovationen.

Statistik

TV Gelnhausen: Lahme (1.-59.), Kredel (60.); Indset (4), Trinczek, Ochs (7), Deinet (8), Wacker (1), Hubbert (3/3), Nielsen (2), Stallmann (1), Schwaab, Eurich (3), Henrich (2).
Budenheim: Kleinschmidt (1.-60.), Eichhorn (bei zwei Siebenmetern); Henke, Becker (2), Engel (3), Roll (2), Assmann (1), Truth, Kokot (1), Scheer (7), Schuster (2).
Schiedsrichter: Bargmann/Stein (Frankfurt/Koblenz).
Zuschauer: 480.
Zeitstrafen: 12:6 Minuten.
Siebenmeter: 4/3:3/0.

Quelle: Gelnhäuser Neue Zeitung


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