Glänzende Abwehr sichert goldene Punkte

Regionalliga Männer: TV Nieder-Olm – TV Gelnhausen 26:29 (8:14)

Nieder-Olm (dg). Das war ein denkwürdiges Wochenende für die Gelnhäuser Regionalliga-Handballer: Die Camdzic-Truppe entschied das superschwere Auswärtsspiel in Nieder-Olm verdientermaßen mit 29:26 für sich, aber damit nicht genug: Die direkten TVG-Konkurrenten im Kampf um die Drittliga-Qualifikation ließen gleich reihenweise Federn. Was zur Folge hat, dass der TVG sein Punkte-Polster auf die Abstiegsränge weiter vergrößern konnte.

Beim Auftritt gestern Morgen in Rheinhessen untermauerten die Barbarossastädter ihren jüngsten Aufwärtstrend mit einem weiteren beeindruckenden Auftritt. Aller Widrigkeiten zum Trotz – Anwurf um elf Uhr morgens, dazu das in der Wilhelm-Holzamer-Halle geltende Harzverbot – legten die Gelnhäuser los wie die Feuerwehr. Die aggressive 3:2:1-Abwehr der Gäste mit einem abermals bärenstarken Julian Lahme zwischen den Pfosten kaufte Nieder-Olm sofort den Schneid ab. Bereits nach sechs Minuten lagen die Gelnhäuser mit 5:1 in Führung und zwangen so Nieder-Olms neuen Trainer Udo Henß zu einer Auszeit. Die fruchtete allerdings wenig bis gar nicht, die Rheinhessen fanden gegen die bombensicher stehende TVG-Deckungsformation einfach kein Mittel.

Puffer zur Abstiegszone vergrößert

Hätten die dominierenden Camdzic-Schützlinge ihre Wurfchancen besser genutzt, wäre das Halbzeitergebnis von 14:8 für die Rot-Weißen sicher noch deutlicher ausgefallen. „Ohne überheblich sein zu wollen: Wären wir in diesem Punkt konsequenter aufgetreten, dann hätten wir nach 30 Minuten mit zehn Treffern führen müssen”, bekräftigte Camdzic, der seinem Team aber auch „in der ersten Halbzeit die bisher beste Saisonleistung in Sachen Abwehrarbeit” bescheinigte.

Im zweiten Spielabschnitt leistete sich das Handball-Aushängeschild des Main-Kinzig-Kreises acht „schwarze Minuten.” Ein technischer Fehler reihte sich beim TVG an den nächsten, es gab eine Vielzahl von Ballverlusten, die Nieder-Olm zu schnellen Gegenstößen nutzte und prompt in Tore ummünzte. Diese Gelnhäuser Schwächeperiode führte nach 38 Minuten zum 16:16-Ausgleich. Jetzt stand die Partie auf des Messers Schneide, aber die Barbarossastädter behielten die Ruhe und verhielten sich ebenso clever wie effektiv. Camdzic stellte die kräftezehrende 3:2:1-Abwehr auf eine 5:1-Formation um, die vor allen Dingen Nieder-Olms torgefährlichen Regisseur Tino Stumps ins Visier nahm – eine goldrichtige Entscheidung, denn vom TVN-Spielmacher war fortan nicht mehr viel zu sehen. Zudem schafften es die Rheinhessen kein einziges Mal, selbst in Führung zu gehen.

Bei Gelnhausen setzten in dieser kritischen Phase die Routiniers Philip Deinet, Anders Indset und Regisseur Marc Stallmann wichtige Akzente im Angriff, zudem spielten die Linkshänder Thomas Ochs und Philip Deinet ihre Schnelligkeit und Dynamik mehrfach mit zählbarem Ergebnis aus. In den letzten 20 Minuten der Begegnung lagen die Gelnhäuser stets mit einem oder zwei Treffern vorne. Nieder-Olm stemmt sich zwar mit Macht gegen die drohende Niederlage, aber letztlich konnten die Gastgeber den jetzt wieder wesentlich kompakter stehenden TVG-Innenblock in der Formation Indset/Wacker/Deinet nicht mehr entscheidend ins Wanken bringen. Als die Schluss-Sirene ertönte, brach im Gelnhäuser Lager Riesenjubel aus. Ein emotionaler Ausbruch, den Trainer Jasmin erfreut, aber nicht euphorisch zur Kenntnis nahm: „Wir haben jetzt 5:1-Punkte in Serie geholt. Eine Bilanz, die nicht von ungefähr kommt, denn wir haben im Gegensatz zum vergangenen Sommer über Weihnachten eine sehr gute Vorbereitungsphase absolviert. Zudem sind bei uns endlich alle Mann fit – da sieht man, was das wert ist.” Und im Hinblick auf die Drittliga-Qualifikation erklärte der bosnische Ex-Nationalspieler: „Wir sind sicherlich auf einem guten Weg und haben den Puffer zur Abstiegszone vergrößert, aber es gilt dasselbe wie schon seit Wochen, wir denken von Woche zu Woche – jetzt müssen wir das Heimspiel gegen HF Untere Saar gewinnen, dann sind wir wieder einen Schritt weiter.”

Statistik
TV Nieder-Olm: Bettin, Böhm; Schmidt (1), Gramlich (6), Kundel (2), Laufersweiler, Räder (1), Niedermayer (2), Frommann, Reisinger (3), Stumps (10/4), Walch (1), Baier, Tillinger.
TV Gelnhausen: Lahme (1.-60.), Kredel (bei einem Siebenmeter); Indset (3), Trinczek, Ochs (5), Deinet (2), Wacker (3), Hubbert (5/3), Nielsen (1), Stallmann (4), Schwaab, Eurich (6), Henrich.
Schiedsrichter: Dryander/Greff (Riegelsberg).
Zuschauer: 200.
Zeitstrafen: 6:8 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:3/3.

Quelle: Gelnhäuser Neue Zeitung


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