Ein starkes Stück in aller Frühe

Regionalliga: TV Gelnhausen gewinnt in Nieder-Olm – Camdzic tritt in die Fußstapfen von Budanow – Glänzende Defensive

NIEDER-OLM (ka). Immer besser in Fahrt kommt der TV Gelnhausen in der Handball-Regionalliga Südwest. Gestern früh baute das Team von Jasmin Camdzic seine Rückrunden-Erfolgsserie auf 5:1-Punkte aus, mit einem 29:26 (14:8)-Sieg im ungeliebten Auswärtsspiel beim TV Nieder-Olm.

Letztmals war dieses morgendliche Kunststück Sergej Budanow vor acht Jahren gelungen. Der hatte am 20. Januar 2002 mit Gelnhausen 25:24 gesiegt und war danach zur Regionalliga-Meisterschaft und einem fünf Jahre währenden Gastspiel in der 2. Liga gestürmt. Ganz so hoch hinaus will Camdzic nicht. Der 39-Jährige muss die Qualifikation zur 3. Liga schaffen, „und dieser Erfolg war ein ganz, ganz wichtiger, um dieses Ziel zu erreichen." Denn das Kräftemessen um 11 Uhr früh in einer Halle, in der striktes Harzverbot gilt, "war ein Vier-Punkte-Spiel für uns."

Mit einer erneut glänzenden Abwehrleistung distanzierte Gelnhausen die ebenfalls um den Ligaverbleib kämpfenden Mainzer Vorstädter auf vier Punkte. Und auch gegenüber der Konkurrenz im unteren Tabellenmittelfeld hat der TVG seine Situation mit den drei in diesem Jahr bisher absolvierten Partien deutlich verbessert. „Wir haben uns jetzt wieder etwas Luft verschafft“, ist Camdzic froh über den offensichtlichen Zugewinn an Stabilität in seinem Team.

Auch diesmal verdienten sich die Barbarossastädter die Punkte in der Abwehr. Vor allem in der ersten Halbzeit war der TVG kaum zu überwinden. Mit einer 3:2:1-Formation machten Camdzics Männer die Räume derart eng, dass Nieder-Olm nur acht Treffer in 30 Minuten gelangen. „Es war unsere beste Defensivleistung in dieser Saison“, legte sich Camdzic fest, obwohl sein Team in den vergangenen beiden Partien nur jeweils 18 Gegentreffer zugelassen hatte. "Das war diesmal noch eine Klasse besser!" Auch Allrounder Thomas Nielsen pflichtete bei: "Wir haben wirklich erstklassig verteidigt. Das war der Schlüssel zum Erfolg."

Mit einem 14:8-Vorsprung ging Gelnhausen in die Kabine. Aber Camdzic warnte: „Wach bleiben und dem Gegner keine Tempogegenstöße ermöglichen.“ Doch genau das passierte: Nieder-Olm machte nach dem Seitenwechsel Tempo und glich auf 16:16 aus. „Wir haben etwas den Faden verloren“, gestand Nielsen. Aber Camdzic musste keine Auszeit nehmen, um sein Team wieder auf Kurs zu bringen. Er stellte stattdessen in der Abwehr auf eine 5:1-Formation um. Oliver Hubbert beschattete dabei den TVNO-Spielmacher Timo Stumps und dahinter rückten Philipp Schwaab, Philip Deinet, Jan Wacker, Fabian Eurich und Kollegen zusammen und blockten reihenweise Bälle. Im Angriff glänzte Thomas Ochs und auch Marc Stallmann und Anders Indset "haben ihre Aufgaben zu 100 Prozent erfüllt." Der Lohn: "Ab der 50. Minute waren wir wieder auf Kurs", kommentierte Nielsen. Und auch Camdzic sah sein Team in der Schlussphase "Handball nach Plan" spielen – und gewinnen.

Dass der Cheftrainer-Novize und seine Spieler die Frühschicht diesmal mit lachenden Gesichtern beendeten, war auch einer guten Trainingsarbeit geschuldet. „Wir haben in der vergangenen Woche gesehen, dass man auch ohne Harz schnell Handball spielen kann“, brachte Nielsen die Früchte der „intensiven Arbeit, bei der niemand schummelte und heimlich in den Harztopf griff“ auf den Punkt. „Wichtig war auch, dass wir alle wach im Kopf waren. Dass wir hier unbedingt gewinnen wollten“, betont Camdzic, der seinem Team diesen Hunger auf Erfolg gestern morgen um sieben Uhr bei einem gemeinsamen Frühstück noch einmal eingeimpft hatte.

Quelle: Gelnhäuser Tageblatt


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