Die Mannschaft der Stunde nimmt Kurs auf die 3. Liga

Regionalliga Männer: VTZ Saarpfalz – TV Gelnhausen 27:31 (12:15)

Zweibrücken (dg). Der TV Gelnhausen entwickelt sich in der Regionalliga zur Mannschaft der Stunde. Gestern Abend rangen die Rot-Weißen aus der Barbarossastadt den VTZ Saarpfalz in dessen Halle mit 31:27 nieder. Damit bauten die in der Rückrunde noch ungeschlagenen Schützlinge von Trainer Jasmin Camdzic ihre Erfolgsserie auf 9:1 Punkte aus, haben dadurch erstmals sieben Punkt Vorpsrung vor den Abstiegsplätzen und befinden sich somit auf dem besten Weg in Richtung neue 3. Liga.

Die Zuschauer in der Zweibrücker Westpfalzhalle sahen eine Partie, die nichts für Handball-Gourmets, sondern eher für Freunde deftiger Kost war. Gelnhausen fand nur schwer ins Spiel, weil die abstiegsbedrohten Saarpfälzer wie die Löwen kämpften. Die Rot-Weißn schafften es zwar mehrfach, mit zwei bis drei Toren in Führung zu gehen, aber die Gastgeber gaben nie klein bei und kamen ständig wieder heran. Weil Gelnhausen sich mit zunehmender Spieldauer immer besser auf die konsequent offensive Deckung des VTZ einstellte – die überragrenden Rückraumschützen Deinet und Indset erfreuten sich einer besonders liebevollen, aber letztlich ineffektiven Sonderbewachung – hatte der TVG zur Halbzeit Oberwasser. Auch in der Folgezeit schaffte es der TVG, die gefürchteten schnellen Gegenstöße der gastgebenden Spielgemeinschaft weitestgehend zu unterbinden. Was zur Folge hatte, dass der ansonsten extrem treffsichere Johannes Leffer diesmal völlig leer ausging.

Hubbert muss verletzt passen

Dennoch blieb die Partie megaspannend, da sich Saarpfalz in puncto kämpferische Einstellung die Note „Eins plus” verdiente und weil der neu verpflichtete lettische Natioanlspieler Raimunds Trifanovs mit fünf Treffern zumindest punktuell glänzen konnte. Die 1,90 Meter große Wurfmaschine ist für den VTZ sicherlich ein Glücksfall, aber dass er seine neue Mannschaft im Grunde genommen überhaupt noch nicht kennt, war dem Bär aus dem Baltikum deutlich anzumerken. Darüber hinaus zog ihm TVG-Youngster Fabian Eurich bei beherzten Abwehr-Aktionen gleich mehrfach den Zahn.

In der Schlussphase des engen Matches, in dem gleich achtmal Unentschieden als Zwischenstand notiert wurde, gab die größere Cleverness und das nötige Quäntchen Glück den Ausschlag zugunsten der Gelnhäuser. Als Trifanovs beim 25:25 von der Gelnhäuser Deckung abgeblockt wurde (25.), traten die Gäste noch einmal mächtig aufs Gaspedal. Lahme agierte im Tor gewohnt stark, die Deckung stand just in der entscheidenden Phase wieder sehr sicher und im Angriff sorgten Indset und der agile Ochs dafür, dass sich Gelnhausen entscheidend absetzen konnte.

Nach der Schluss-Sirene kannte die Freude bei den Barbarossastädtern wieder einmal keine Grenzen. Gewinnt das heimische Handball-Flaggschiff jetzt auch sein Heimspiel am kommenden Samstag gegen Mundenheim, dann haben die Camdzic-Schützlinge das Abstiegsgespenst so gut wie verscheucht. Einen kleinen Wermutstropfen mussten die Gelnhäuser gestern Abend dennoch verschmerzen. Kreisläufer Oliver Hubbert zog sich beim Warmmachen eine Muskelverletzung zu und konnte daraufhin nicht eingesetzt werden. Thomas Nielsen sprang als Stellvertreter in die Bresche und zeigte gegen seinen Ex-Klub nicht nur aufgrund seiner drei Treffer, dass er für den TVG immens wertvoll ist.

Statistik
TV Gelnhausen: Lahme (1.-42., 45.-60.), Kredel (43.-44.) , Deinet (8), Indset (6), Ochs (5), Nielsen (3), Trinczek (3/1), Eurich (2), Stallmann (1), Schwaab (1), Henrich (1), Wacker (1), Hubbert (n.e.).
VTZ Saarpfalz: Heinrich, Wenzel; Eisel, Stauch, Biel, J. Leffer, Trifanovs (5), Schmidt (5), Rockay (5/4), D. Leffer (4), Lundberg (3), Rauch (2), Schumann (2/1), Mukladzija (1).
Schiedsrichter: Meyer/Hemmer (Hochspeyer/Enkenbach).
Zuschauer: 300.
Zeitstrafen: 10:12 Minuten.
Siebenmeter: 7/5:2/2.

Quelle: Gelnhäuser Neue Zeitung


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