TV Gelnhausen fiebert Derby in Hanau entgegen
4. November 2026
TV Gelnhausen fiebert Derby in Hanau entgegen Patrick Beer kehrt als Tabellenführer an alte Wirkungsstätte zurück
Ein Derby, das die Region elektrisiert: Am Freitag, 6. November, um 20.15 Uhr tritt der TV Gelnhausen am elften Spieltag der 3. Liga Süd-West bei der HSG Hanau an. In der Main-Kinzig-Halle treffen die beiden großen Rivalen aufeinander. Der TVG reist mit 18:2 Punkten als ungeschlagener Tabellenführer an, Hanau steht mit 8:10 Punkten auf Rang neun. Doch gerade in diesem Duell sind Tabellenplätze nur eine Randnotiz, denn hier geht es traditionell besonders intensiv zur Sache.
„Es ist ein typisches Derbyspiel, in dem die aktuelle Tabellensituation nicht entscheidend ist. Man darf nicht vergessen, dass Hanau im vergangenen Jahr mit nahezu dem gleichen Kader auf dem vierten Platz stand“, warnt TVG-Trainer Patrick Beer. Die HSG beendete die Vorsaison nach einer starken Schlussphase mit 44:16 Punkten.
Foto: Roland Adrian
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Auch die jüngsten direkten Vergleiche verliefen äußerst knapp: Im November 2025 trennten sich beide Teams in Gelnhausen 25:25 (10:11), im April unterlag der TVG in Hanau mit 28:29 (8:13). Damals kämpften sich die Rot-Weißen nach einem Acht-Tore-Rückstand noch einmal bis auf einen Treffer heran. Für Beer ist die Rückkehr besonders emotional. Einst führte er die HSG Hanau selbst in die 3. Liga, nun kehrt er erstmals als Trainer eines Konkurrenten zurück und das als Spitzenreiter.
Nach drei Niederlagen zum Saisonauftakt hat sich Hanau gefangen und unter anderem die viertplatzierte Spielgemeinschaft Saase3 Leutershausen mit 35:31 (20:16) bezwungen. Zuletzt musste die HSG allerdings beim Derby in Kirchzell eine 22:26 (9:12)-Niederlage hinnehmen. Die Hanauer wollen nach diesem Rückschlag nun ausgerechnet gegen den großen Rivalen wieder punkten. Der Kader ist gegenüber der erfolgreichen Vorsaison weitgehend zusammengeblieben. Zu den Abgängen zählen Kapitän Max Bergold, Kreisläufer Nils Schröder und Torhüter Saad Khan.
Prominentester Neuzugang ist Linksaußen Cedric Marquardt, der die Nachfolge von Bergold antritt. Der frühere Gelnhäuser sammelte zuletzt bei der HSG Krefeld Niederrhein Zweitliga-Erfahrung und gehört nun gemeinsam mit Sebastian Hein zu den gefährlichen Hanauer Außenspielern. Im Rückraum steuern Cedric Schiefer, mit bislang 54 Treffern der erfolgreichste HSG-Torschütze, und Jan-Eric Kleemann das Spiel der HSG. Am Kreis sorgen David Rivic und Dziugas Jusys für zusätzliche Qualität. „Da kommt also einiges auf uns zu, auf das wir uns sehr gut vorbereiten werden“, sagt Beer.
Der TVG selbst präsentiert sich bislang in hervorragender Verfassung. Einzig gegen die Aufstiegsfavoriten Krefeld und Saarlouis gaben die Gelnhäuser jeweils einen Punkt ab. Maßgeblichen Anteil an der Erfolgsserie hat die Defensive: Mit gerade einmal 248 Gegentoren stellt der Tabellenführer die mit Abstand beste Abwehr der Staffel. Beim jüngsten 26:20 (15:12)-Erfolg in Opladen überzeugten die Barbarossastädter insbesondere mit ihrem kompakten Abwehrverbund und einer geschlossenen Mannschaftsleistung.
Allerdings bleibt die Personalsituation angespannt. Max Bechert (Mittelhandbruch), Alexander Bechert (Knieprobleme) und Benjamin Wörner (Handverletzung) fehlen weiterhin. Ob Kapitän Jonathan Malolepszy nach seiner Erkrankung zurückkehrt, ist offen und auch weitere Spieler sind krankheitsbedingt angeschlagen.
Trotzdem wollen die Rot-Weißen ihre Serie fortsetzen und sich für die knappe Niederlage im April revanchieren. „Wir fahren natürlich mit Respekt nach Hanau, wissen aber auch, was wir können und wozu wir selbst in der Lage sind“, betont Beer.
Dafür hoffen die Gelnhäuser auf möglichst viele mitreisende Anhänger, die die Main-Kinzig-Halle in Rot und Weiß tauchen und ihre Mannschaft lautstark unterstützen. „Kommt alle mit nach Hanau“, appelliert Beer an die Fans. „Gerade in so einem Derby brauchen wir euch und eure Unterstützung. Gemeinsam wollen wir dort alles raushauen.“ Wer nicht vor Ort dabei sein kann, kann die Partie wie gewohnt im Livestream auf Sporteurope.tv mitverfolgen.
