TVG verpasst Sensation gegen Hüttenberg nur knapp
22. August 2026
TVG verpasst Sensation gegen Hüttenberg nur knapp Großer Pokalabend in der Hölle Süd
Es hat nur ganz wenig gefehlt. Der TV Gelnhausen hat in der 1. Runde des DHB-Pokals nur knapp eine Sensation gegen den Zweitligisten TV Hüttenberg verpasst. Vor 1100 Zuschauern in der stimmungsvollen Rudi-Lechleidner-Halle unterlagen die Barbarossastädter dem letztjährigen Elften der 2. Bundesliga mit 25:27 (14:12). Dabei lag der TVG über weite Strecken der Partie in Führung und hatte den Favoriten bis in die Schlussphase hinein am Rande einer Niederlage. Am Ende schwanden jedoch die Kräfte. Die Fans feierten ihre Mannschaft trotzdem für eine starke Leistung.
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Für den neuen TVG-Trainer Tim Beckmann begann damit die Pflichtspielsaison 2026/27 zwar mit einer Niederlage, die weckte jedoch bei allen Beteiligten riesige Lust auf mehr. Verzichten musste der TVG auf Jonas Dambach (Fußprobleme), Torhüter Alex Bechert (Knieprobleme), Silas Altwein (Nasenbeinbruch) und den erkrankten Henrik Müller. Für Bechert rückte Juniorentorhüter Noah Pilgrim in den Kader auf.
Foto: Roland Adrian
Hüttenberg erwischte zunächst den besseren Start und ging mit 2:0 in Führung. Doch der TVG ließ sich nicht abschütteln und drehte die Partie. Kapitän Jonathan Malolepszy brachte die Rot-Weißen in der achten Minute mit 4:2 in Führung. Malolepszy wurde mit insgesamt sieben Treffern bester TVG-Schütze des Abends.
Nach dem 7:5 durch Simon Belter in der 13. Minute schalteten die Gäste einen Gang höher und gingen durch vier Treffer in Folge mit 9:7 in Führung. Doch die Hölle Süd trieb ihre Mannschaft nach vorne. Fynn Broßmann erzielte in der 21. Minute den 10:10-Ausgleich, wenig später führte der TVG sogar mit 12:10. Die Hölle Süd stand Kopf und knüpfte stimmungsmäßig nahtlos an die zurückliegenden Aufstiegsrundenspiele an. Dann folgte allerdings ein Rückschlag: Kreisläufer Max Bechert sah nach einem Gesichtstreffer bei einem Gegenspieler die Rote Karte. Eine harte Entscheidung.
Doch auch davon ließ sich Gelnhausen nicht beirren. Torben Fehl musste nun über weite Strecken durchspielen und zeigte wie die gesamte Mannschaft eine bärenstarke Leistung. Gleichzeitig entwickelte sich Neuzugang Jan-Steffen „Bruno“ Minerva bei seinem Pflichtspieldebüt zum wichtigen Rückhalt. Mit starken Paraden hielt er den TVG im Spiel und sorgte dafür, dass die Barbarossastädter mit einer 14:12-Führung in die Pause gingen. Die Zuschauer trauten ihren Augen nicht, welche Energieleistung der TVG wieder einmal auf die Platte brachte.
Nach dem Seitenwechsel glichen die Gäste zunächst zum 14:14 aus. Anschließend übernahmen wieder Geisler, Belter und Co. das Spiel. Minerva parierte mehrfach stark, Benjamin Wörner traf in der 36. Minute zum 18:15. Die Halle stand Kopf. Man verstand sein eigenes Wort nicht mehr und das Pokalwunder schien plötzlich zum Greifen nahe. Auch nach einer Hüttenberger Auszeit blieb der TVG konzentriert. Malolepszy traf in der 44. Minute zum 21:18.
Hüttenberg verkürzte anschließend auf 20:21, doch der dezimierte TVG, der im Laufe der Partie auch auf den starken Broßmann verzichten musste, ließ einfach nicht nach. In der 52. Minute traf Malolepszy per Unterhandwurf zum 24:21. Die Hölle Süd bebte, die Sensation war nur noch acht Minuten entfernt.
Doch nun machte sich das intensive Spiel bei der Gelnhäuser Mannschaft zunehmend bemerkbar. Nach einem Hüttenberger Treffer scheiterte Malolepszy mit einem Siebenmeter. Auch Fynn Hilb vergab in der 56. Minute einen Siebenmeter und damit die Chance, wieder auf drei Tore davonzuziehen. Stattdessen kam Hüttenberg durch David Kuntscher, mit sieben Treffern bester Gästeschütze, auf ein Tor heran. Fehl erzielte noch das 25:23, doch die Gäste antworteten sofort.
In der 58. Minute erzielt Hüttenberg schließlich den 25:25-Ausgleich und nach einer Parade des Hüttenberger Torhüters Yahav Shamir erzielte Hüttenberg in der 59. Minute die erste Führung der zweiten Hälfte. Gleichzeitig sah Fehl eine Zeitstrafe, sodass der TVG für den Rest der Partie in Unterzahl spielte. Nach einer weiteren Balleroberung erhöhte Hüttenberg auf 27:25. 30 Sekunden vor Schluss nahm der TVG noch einmal eine Auszeit. Die Barbarossastädter wollten die letzte Chance auf die Pokalsensation wahren, doch Malolepszy scheiterte am Pfosten. Damit war die knappe Niederlage besiegelt. Hüttenberg spielte die verbleibenden Sekunden runter und gewann letztlich mit 27:25.
„Ich bin unfassbar stolz auf die Jungs“, sagte TVG-Trainer Tim Beckmann nach der Partie. „Wir haben heute gegen eine wirklich tolle Zweitligamannschaft 55 Minuten auf Augenhöhe gespielt und phasenweise sogar souverän geführt.“ Besonders die Abwehrleistung hob Beckmann hervor: „Wir haben diesen Willen gezeigt, verteidigen zu wollen und das im Kollektiv. Auch in der Unterzahl haben wir eine richtig starke Abwehr gezeigt.“
Ein Sonderlob erhielt Minerva für sein Debüt mit elf Paraden. „Bruno hat eine ganz starke Leistung gezeigt. Aber alle Spieler haben ihren Teil zu dieser tollen Leistung beigetragen“, sagte Beckmann.
Auch Hüttenbergs Trainer Stefan Kneer fand nach der Partie lobende Worte für den TVG und die Atmosphäre in der Hölle Süd: „Gelnhausen hat das in der Abwehr und im Angriff sehr gut gemacht und uns immer wieder vor große Herausforderungen gestellt. Vielen Dank auch an die Fans. Es war wirklich eine sehr gute Stimmung.“ Kneer betonte zudem: „Am Ende hat so ein Spiel eigentlich keinen Sieger verdient.“
Damit endet die Pokalreise des TVG in der ersten Runde. Die Leistung gegen den gestandenen Zweitligisten macht jedoch große Lust auf die neue Saison. „Wir können ganz viel aus diesem Spiel mitnehmen und mit gestärkter Brust in die anstehenden Aufgaben gehen“, blickt Beckmann voraus.
Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ohnehin nicht. Am Mittwoch, den 2. September, startet der TVG beim Longericher SC Köln in die neue Saison der 3. Liga Süd-West. Nur drei Tage später empfängt Gelnhausen am Samstag, den 5. September, den TV Kirchzell zum ersten Heimspiel und Derby der neuen Spielzeit. Tickets können bereits im Online-Shop über die TVG-Homepage erworben werden.
